Ötztaler Radmarathon 2026
Am Sonntag, den 30. August, stand für Tobias Fiedler mit dem Ötztaler Radmarathon eines der großen Saisonziele auf dem Programm. 227 Kilometer und rund 5.500 Höhenmeter über Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch machen den „Ötztaler“ zu einem der härtesten Radmarathons der Alpen.
Dem Start vorausgegangen war eine lange und intensive Vorbereitung mit vielen Trainingsstunden und Höhenmetern. Für das Event wurde dabei nicht nur an der Form gearbeitet – auch einige Kilos mussten auf dem Weg zum Ötztaler weichen.

Am Renntag selbst hätten die äußeren Bedingungen kaum besser sein können: bestes Wetter, trockene Straßen und perfekte Bedingungen begleiteten die Fahrer über die gesamte Strecke. Nach dem Start in Sölden ging es zunächst hinab nach Oetz, bevor mit dem Kühtai bereits der erste lange Anstieg des Tages wartete. Angesichts der noch bevorstehenden Stunden und Höhenmeter wurde das Rennen bewusst kontrolliert angegangen.
Bis zum Brenner ging diese Strategie hervorragend auf. Tobias lag gut im Rennen und hatte trotz des bereits absolvierten Kühtais und des Brennerpasses einen Schnitt von 30 km/h auf dem Tacho. Kurz vor der Passhöhe kam dann allerdings der große Schreck: Die Kette war kurz davor zu reißen, eine Weiterfahrt so nicht möglich. Damit war die Gruppe, mit der es bis dahin Richtung Brenner gegangen war, schlagartig weg.
Bei allem Ärger über den Defekt war gleichzeitig eine große Portion Glück dabei. Der technische Service befand sich zum Glück nicht weit entfernt und die Kette konnte repariert werden. An einer anderen Stelle der Strecke hätte derselbe Defekt das vorzeitige Aus bedeutet. So kostete die Reparatur zwar viel Zeit und die etablierte Gruppe war verloren, das Rennen konnte aber weitergehen.
Ganz ohne weitere Materialprobleme sollte es trotzdem nicht bleiben. Bereits nach der Anreise hatte die Bremse Schwierigkeiten gemacht, und am Timmelsjoch verabschiedete sich schließlich auch noch der Powermeter – zunächst mit völlig falschen Werten und später komplett.
Sportlich lief es dagegen bis zum Schluss ausgesprochen gut. Besonders am Jaufenpass und am langen Schlussanstieg zum Timmelsjoch zahlte sich die kontrollierte Renneinteilung aus. Während dort nach vielen Stunden im Sattel zahlreiche Teilnehmer deutlich mit der Belastung zu kämpfen hatten, konnte Tobias weiterhin Fahrer um Fahrer überholen und seine Leistung bis über den letzten großen Pass stabil halten.
Nach der Abfahrt vom Timmelsjoch und den letzten Kilometern zurück nach Sölden war es schließlich geschafft: Nach rund 10:27 Stunden Gesamtzeit erreichte Tobias das Ziel. Die reine Fahrtzeit betrug rund 9:27 Stunden. Die Differenz zeigt, wie viel Zeit an diesem Tag abseits des eigentlichen Fahrens liegen blieb – insbesondere durch die technischen Probleme und die notwendigen Unterbrechungen.
Im Ziel wartete schließlich noch eine ganz besondere Trophäe: das begehrte Ötztaler-Finishertrikot. Nach 227 Kilometern, rund 5.500 Höhenmetern und vier großen Alpenpässen durfte es am Ende natürlich nicht fehlen.















